6/10

Vier auffallend abwechslungsreich gestaltete Tracks, die sich auf eine Gesamtspieldauer von knapp über 23 Minuten erstrecken, bieten Unified hier dar. „Welcome To The Shadowland“ ist das erste offizielle Lebenszeichen von Unified. Und die in lobenswerter Eigenregie auf die Beine gestellte EP-Scheibe ist auf gerade mal 250 Einheiten limitiert, sympathische Underground-Attitüde eben. Das 2010 aus dem schwermetallischen Taufbecken empor gehievte Quartett aus dem oberfränkischen Selbitz achtet dabei sehr auf ausgefeilte und natürlich belassene Melodien, welche schön zweckdienlich ins Songmaterial verbaut wurden. Zu kategorisieren ist der überwiegend in mittleren Tempi gehaltene Vortrag des hörbar beflissen agierenden Newcomer-Vierers am ehesten als klassisch facettierter Melodic Heavy Metal.

 

Zu hören gibt es zuweilen ungewöhnlich aufgemachtes und gerade dadurch überraschend interessant dargebotenes Material, welches in einer gesanglichen Mixtur aus klassisch angelegtem Klargesang und teils derbe gegrollten Passagen intoniert wird. Letzteres will leider nicht immer so gut mit den eigentlich doch recht angenehm kreierten epischen Klangspektren des Tonträgers koalieren. Ich persönlich könnte gut und gerne auf das unausgereift wirkende Growling verzichten, welches die willkommen verspielte und bodenständig-organische Anmut der Stücke meiner Ansicht nach schon sträflich schmälert. Die zuweilen richtig rührend inszenierte Gitarrenarbeit entspringt zweifellos ebenso geübten wie besonnenen Händen, welche zudem um die unabdingbare Relevanz von zeitlosem Saiten-Charisma wissen.

Kompositorisch gehen Unified ebenso erfreulich kontrolliert ans Werk, was sich trotz einiger noch vorherrschender Längen im Songwriting bei mir ziemlich ohrenfreundlich auswirkt. Mein Favorit auf „Welcome To The Shadowland“ ist ganz klar der zweite Track „Turn On Your Heart“, der die nicht unwesentlichen Stärken der absolut unprätentiösen und dafür umso beherzter musizierenden Viererbande am repräsentativsten hervorzuheben weiß. Ohnehin gilt zu dieser EP: Je mehr ich mich mit den Nummern beschäftige, desto vertrauter und angenehmer erscheinen sie mir.

Ein Antesten dieses unaufdringlichen Drehers, definitiv von Fans für Fans gemacht, sollte also auf jeden Fall drin sein. Ein Debütalbum hatte die Band schon Anfang des Jahres für 2012 angekündigt, was für die Jungs aber anscheinend schwieriger als erwartet umzusetzen ist. Denn bislang kam noch kein Fulltimer von Unified. Meiner Hoffnung auf Abhilfe dieses Veröffentlichungs-Defizits sei daher eindeutig Ausdruck verliehen.

Dieses Review verfasste Markus Eck | www.metalmessage.de