Erst 2010 fanden die vier Jungs von UNIFIED zusammen, 2011 gibt es aber schon ein erstes Lebenszeichen: Die EP „Welcome to the Shadowland“. Wie Bandname, Albumtitel und Artwork schon andeuten, erwartet uns hier eine Ladung reinsten Melodic/Power Metals; das ist aber nicht alles: Um noch etwas mehr Abwechslung reinzubringen, bindet der Franken-Vierer stellenweise harsches Growling sowie thrashige bis todesmetallische Instrumentierung ein.

 

Bereits der Opener und Titeltrack mit seinen 7 Minuten repräsentiert die Grundausrichtung der Band, melodiebetonter Metal, der teilweise aber auch durchaus anspruchsvoll ausfallen kann. Noch stärker als der erste Track fällt jedoch „Turn on your Heart“ aus, das, sehr balladesk angehaucht, mit seinem eingängige Refrain punkten kann. „Tyrant“ weist wiederum einen sehr hohen Prozentsatz an gegrowlten Vokalpassagen auf, was in Verbindung mit den Uptempo-Parts im Song sehr gut funktioniert. Highlight (meiner Meinung nach) des Albums ist der vierte und letzte Song „Land of Feelings“. Dieser erscheint zu Beginn eine reinrassige Ballade zu sein, wenige Minuten und den imposant-eingängigen Refrain später ziehen UNIFIED das Tempo aber plötzlich an und kreieren hier den stärksten Song auf der Scheibe.

„Welcome to the Shadowland“ mag nur eine EP sein, offenbart mit seinen 4 Songs jedoch schon das Potenzial dieser Band. Instrumental sind die Jungs zweifellos stark und auch Sänger Markus (gleichzeitig Gitarrist) macht einen super Job. Die erdige, raue Produktion tut ihr übriges; hier liegt eine vielversprechende EP vor. Jetzt braucht die Band das Ganze bloß auf Albumlänge ausweiten und aufnehmen, und schon haben wir eine weitere Metal-Band, die am Thron der alternden Legenden wie HELLOWEEN kratzt. Nein, nicht kratzt: Mit einer Axt gegenschlägt.

Dieses Review verfasste Steelbound