6.5/10

Nachdem sich viele deutsche Newcomer-Truppen der letzten Monate dem Death- und Black-Metal gewidmet haben, ist der nun folgende Beitrag eine wahre Erfrischung. Bei UNIFIED stehen ausschließlich Melodien, klare Gesangspassagen und eine leidenschaftliche Darbietung im Vordergrund, sodass Freunde des europäischen Melodic-Metals hier durchaus ihre Freude haben werden.

 

Im Frankenland aus der Taufe gehoben, fackelte das Quartett um Sänger Markus Hager auch nicht allzu lange, um nur ein Jahr nach ihrer Bandgründung den ersten Appetithappen in Form einer 4-Track-E.P. an den Mann zu bringen. "Welcome To The Shadowland" nennt sich das Endprodukt, welches die Wartezeit auf das im kommenden Jahr erscheinende Album versüßen soll.

Der Titeltrack eröffnet diese vierteilige, melodische Reise und demonstriert bereits früh die Züge des typischen UNIFIED-Klanges: Äußerst ruhig und melodisch beginnend, setzen nach und nach die kräftigen Gitarren ein, die sich zu einem treibenden Riffing entwickeln und diesen Midtempo-Stampfer begleiten. Dennoch fehlt 'Welcome To The Shadowland' noch der berühmte Aha-Effekt, der im Gitarrensolo jedoch angedeutet wird.
'Turn On Your Heart' hingegen besticht durch einen ohrwurmtauglichen Refrain und erneut durch einen guten Soloeinsatz der Leadgitarre. Einen Hauch aggressiver wirkt - nicht zuletzt dank der genreuntypischen Growls - 'Tyrant', das äußerst abwechslungsreich ausgefallen ist, jedoch etwas zu stark in die Länge gezogen wurde.
Hier liegt sicherlich auch das Hauptproblem des Vierers: Anstatt einen knackig-kurzen Song auf Platte zu bringen, verstrickt sich hauptsächlich die Klampfenfraktion in etwas langatmige Soli. Das Talent für gelungene Kompositionen haben UNIFIED jedoch nach wie vor inne, was die abschließende Halbballade 'Land Of Feelings' nur allzu gut demonstriert.

Unterm Strich ist den Franken ein ordentlicher Erstschlag in die Hörmuscheln aller Melodic-Liebhaber gelungen. Nach Ablauf dieser vier Kostproben wird die Neugier auf ein full-length-Scheibchen nur verstärkt. Es bleibt abzuwarten, wie sich UNIFIED im kommenden Jahr präsentieren werden.

Dieses Review verfasste Marcel Rapp | www.powermetal.de