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Unified wurden bereits mit der EP von unserem Redaktionskollegen Thorsten wohlwollend aufgenommen. Nicht unbegründet habe ich mich dann auf die alten Fährten begeben, bevor der neueste Output „Black & White“ hier in der Redaktion rein geflattert ist. Man schwört weiterhin auf einen Power Metal der älteren Marke und serviert uns diesen in einem guten Ausmaß an Epik und Theatralik irgendwo zwischen alten Blind Guardian und den Österreichern Desert Sin angelehnt.

Mit letzteren könnte man sie ganz scharf vergleichen, da die Rhythmik von einer ähnlichen Machart gestrickt ist. Mag jetzt nicht originell und eigenständig klingen, muss aber sagen die erfrischenden Nummern gehen auch mit vielen Parallelen sehr gut in den Gehörgang rein. Die Fusion aus dem klassischen Bereich und einigen progressiven Schüben ist gelungen und lässt das Material nicht zu schlicht klingen. Eine durchaus löbliche Umsetzung und das Endergebnis geht wirklich gekonnt ins Gehör. Viele Wechsel und Melodie ups und downs wecken durch die Bank das Interesse an der Formation. Hier wird die alte Tradition gut weitergeführt und man darf somit durchaus von Jungspunden sprechen, welche es vermögen in die großen Fußstapfen vieler großen Helden zu treten. Die Melange ist prächtig und man nervt einen nicht mit Gedudel, übersättigten Bombast, wie auch Symphonic Partitionen. Pressgenau und dennoch mit viel Interesse weckenden Argumentationen säbelt sich hier die Truppe aus Oberfranken den Weg frei. Freilich mag man an und ab etwas pathetisch klingen, doch das will der gute, alte Power Metaller doch oder? Somit eine Identität, welche mit einer tollen Hingabe und dem versprühen des guten, alten Spirits umgesetzt wurde. Dies muss man einfach honorieren, denn es gibt zu viele schlappe Kopien der großen Formationen, welche es zu keinem Zeitpunkt schaffen nur Ansatzweise zu überzeugen und trotzdem ein Label haben. Unified ackern weiterhin sehr stark und kompromisslos durch die Flut hindurch und schlussendlich wird man überzeugen und viele billige Nacheiferer im Staub links liegen lassen. Kompositorisch wird hier nicht einfach auf Nummer sicher gegangen, man setzt viele eigene Akzente, welche nicht minder überzeugen. Wenn klassischer Power Metal, dann mit Desert Sin oder eben in diesem Falle die Burschen von Unified. Eine tolle neue Riege, welche es einfach verdient gehört und unter Vertrag genommen zu werden.

Fazit: Power Metal as it’s best. Für den klassischen Blind Guardian Liebhaber ein Pflichtkauf, denn die Oberfranken bieten einfach auf ihrem ersten Full Length Debüt eine Schnittmenge, welche nicht prächtiger klingen hätte können.

Dieses Review verfasste Robert Huber | www.metalunderground.at