8/10

Pünktlich zum Fest (na ja, fast…) kredenzen uns UNIFIED ihr lang erwartetes Debüt „Black & White“, das sie in den letzten Monaten als Eigenproduktion unter der Ägide von Oliver Schmidt (LETZTE INSTANZ) eingetütet haben. Und der sympathische Frankenwald Vierer hat erwartungsgemäß (siehe u.a. nebenstehendes Interview) ein amtliches Stück Metal abgeliefert – so viel steht schon mal fest.

 

Elf Songs (plus ein Bonustrack in Form eines Coversongs) erwarten uns auf dem Silberling, der – was für ein Debut eher unüblich ist – als Konzeptalbum um die Ecke kommt (und nahezu ausschließlich Songs mit mehr als 5 Minuten Länge bietet). Genreüblich dreht sich die Story um den immerwährenden Kampf zwischen Gut und Böse, Hell und Dunkel, Schwarz und Weiß – eben „Black & White“…
Die bereits auf dem UNIFIED Demo befindlichen vier Songs (siehe Review im Plattenteller, Buchstabe „U“) wurden mit verwendet, jedoch neu arrangiert und deutlich aufgepeppt, was den Songs letzten Endes auch sichtlich gut getan hat. Aber kommen wir doch nun zu des Pudel’s Kern – was erwartet den geneigten Hörer, wenn er sich „Black & White“ von UNIFIED gönnt?

Zuerst einmal Metal, Metal, und nochmal Metal – und zwar melodischer Metal mit deutlicher NWOBHM Prägung, bei dem Anklänge an JUDAS PRIEST, aber auch an die SCORPIONS (wer bei „Ascan“ oder „Arrested By The Beast“ - nicht sofort an die Hannoveraner Institution denken muss, hat eindeutig was an den Ohren…) und BLUE ÖYSTER CULT schimmern leicht durch - doch da steckt noch viel viel mehr drin.
Oldschool Thrash z.B. aus den 80ern („Tyrant“ – zuerst leicht folkig beginnend, dann aber richtig auf Thrash gebürstet) findet man genauso in Auszügen wie epischen klassischen Heavy oder sogar teilweise Progressive Metal; auch die eine oder andere Referenz an Modern Rock ist auszumachen.
Getragen werden die Songs durchweg von eingängigen Gitarren- und Gesangsmelodien („Black Attack“ – modern gestaltet, mit geiler Hookline im Chorus oder der Titeltrack „Black And White“ - zuerst etwas harsch startend, doch mit einem Refrain ausgestattet, der nicht mehr so schnell aus dem Kopf geht).
Ebenfalls ein tragendes Element: Äußerst abwechslungsreiches Power-Drumming, wie man es heutzutage bei Nachwuchsbands nur noch sehr selten findet.

Die Stücke strotzen diesbezüglich nur so vor Tempowechseln und aufwändig verspielten Arrangements, bei denen man fast bei jedem Durchgang immer noch etwas Neues wahrnimmt bzw. entdeckt (hier mal ein verspieltes Fill, dort mal ein Break, Tempowechsel hier, Taktartenwechsel da – herrlich).
Die Gitarrenarbeit vereint einerseits Classic Rock orientierte Melodien mit modernerem Hard n‘ Heavy Riffing – und das funktioniert prächtig – die Leadgitarre kommt klassisch britisch, die Soli desgleichen („Hidden In Fear“ bspw. kombiniert klassischen Hard Rock mit frühen ANNIHILATOR (ja, sowas geht!), „Rebellion Of Light“ hat den gewissen IRON MAIDEN meets BLUE ÖYSTER CULT Moment in sich).
Den Abschluss bildet letztlich ein FREEDOM CALL Cover Song (“Warriors“ – also mir gefällt hier irgendwie das Cover besser, als das Original…ähem…)

Wie es mein schreibender Kollege Sprengie anlässlich seines Reviews zum Demo von UNIFIED schon herausgestellt hat – hier tritt eine junge Band ins Licht der Aufmerksamkeit, die sich wohlwollend vom metallischen Einheitsbrei der letzten Jahre, was den Melodic Metal Bereich angeht, abzuheben versteht – allein schon vom kompositorischen Aspekt her (Abwechslungsreichtum und Virtuosität in dieser Dichte auf einem Debutalbum? Holla…das findet man in der Tat recht selten).
Die Songs zeigen auch keine größeren Abnutzungserscheinungen, und so macht es einfach nur Spaß, sich diese Scheibe ein ums andere Mal anzuhören – eine klare Empfehlung für jeden (und das meine ich wörtlich – für JEDEN!) Fan klassischen Heavy Metals – Reinhören, Kaufen, Genießen!

Dieses Review verfasste Horni | www.sprengies-world.de